This ist Angie


Roman
Verliebt - verlobt - geschieden

Im dritten Teil der Ruhrpottsaga geht es turbulent zu.
Elisa größter Wunsch erfüllt sich, sie bekommt das erste Kind. Sehr zum Leidwesen ihres Mannes, denn Alfred Gimpel wollte eigentlich gar keine Kinder. Nicht genug damit, verführt ihn Elisa nach Strich und Faden, um ein zweites Kind zu bekommen. Seine Drohung, als Holzfäller nach Alaska zu gehen, wenn sie ihm zum dritten Mal ‚ein Balg anhängt‘, nimmt sie ernst. Es bleibt bei den beiden Jungen Felix und Matts.
Doch gerade der jüngere Sohn Matts bringt seinen Vater regelmäßig auf die Palme. Alfred kann sich häufig nicht beherrschen und schlägt das Kind. Als die Situation eskaliert, stellt Elisa Alfred ein Ultimatum.

Auch die Nachbarin Karin ist in ihrer Ehe nicht glücklich. Sie wirft ihren Mann kurzerhand hinaus. Bald lernt sie den Friedhofsgärtner Uwe kennen, doch der hat mehr Interesse an ihrer jüngsten Tochter, als an ihr.

Leseprobe


Prolog

Sie holt tief Luft, lässt sich in den nächstbesten Sessel fallen.‚Erst einmal die Schuhe ausziehen und die Füße einen Augenblick hochlegen‘, denkt sie. Auspacken kann sie später noch, das hat Zeit. Ihre beste Freundin hat ihr eine Flasche Champagner geschenkt. Jetzt, zur Ruhe gekommen, wird sie sich einen Schluck gönnen. Ganz für sich allein feiern, die neu gewonnene Freiheit einen Augenblick lang auskosten.
Der Champagner perlt, sie hebt ihr Glas, prostete ihrem Spiegelbild zu. ‚Auf dich‘. Zufrieden sieht sie sich in dem spartanisch eingerichteten Zimmer um. Sie hat keine Möbel mitgenommen, will nichts, was an ihn erinnerte in ihrer Nähe haben.
Wieder nippt sie an ihrem Glas, nachdenklich geworden. Die Trennung ist der letzte Schritt, doch wann ist es zum Bruch gekommen? Wann hat sich die Liebe in Luft aufgelöst, ist einer Leere gewichen, die sie und ihn umschloss. Einer Leere, die sich irgendwann mit Aggressivität füllte, mit Widerwillen und Intoleranz, einen tiefen Graben zwischen ihnen schuf, über den es keine Brücke mehr gab.
Ihr Auszug aus der gemeinsamen Wohnung, ist die letzte Konsequenz. Der Weg dorthin war schmerzlich, hatte sie viel Kraft gekostet. Doch sie hat es geschafft, ihr Leben wieder selbst in die Hand genommen, und sie wird es auch weiter schaffen, ohne ihn!


1980

Elisa krümmte sich, versuchte tief in den Bauch zu atmen, wie es ihr beigebracht worden war. Das hatte sich während der Schwangerschaftsgymnastik alles so einfach angehört. Jetzt, nachdem die Wehen eingesetzt hatten, war es ihr fast unmöglich ruhig zu atmen. Sie konzentrierte sich:
‚Ruhig bleiben, tief durch die Nase einatmen, die Luft langsam aus dem Mund strömen lassen‘, befahl sie sich.
Merkte, wie der Schmerz langsam abebbte, ihr eine Atempause gewährte. Bevor die nächste Welle sie überrollte, griff sie erneut zum Telefonhörer. „Hoffentlich nimmt sie jetzt ab!“T
atsächlich meldete sich Käthe, ihre Schwiegermutter, nach mehrmaligem Klingeln mit einem unfreundlichen „Hallo?“
„Hallo, ist Alfred bei dir?“, wisperte Elisa in den Hörer.„Allerdings, stört dich das?“, war die Antwort. „Schließlich muss der Junge nach der Arbeit etwas Ordentliches zu Essen haben!“
Elisa ließ sich auf keine Diskussion ein, sie hatte im Moment andere Sorgen als die ausreichende Ernährung ihres Ehemannes. „Bitte sag ihm einfach, dass er schnell nach Hause kommen soll, die Wehen haben eingesetzt.“
Nach dieser Information knallte sie den Hörer auf die Gabel. Sie krümmte sich erneut, denn die nächste Wehe überrollte sie, nahm ihr den Atem.

***
Eine gefühlte Ewigkeit später hörte sie den Schlüssel im Schloss. Alfred stürmte ins Zimmer. „Ich bin so schnell es ging gefahren“, japste er atemlos. „Was sollen wir jetzt machen?“
Elisa verzog das Gesicht, diese Frage verwunderte sie trotz ihres Zustands. „Vielleicht sollten wir zum Krankenhaus fahren oder was meinst du?“, und obwohl sie sich vorgenommen hatte, ganz gelassen zu bleiben: „War’s denn schön bei Mutti?“
Alfred antwortete nicht. Er hatte in den letzten Wochen jeden Tag bei seiner Mutter gegessen. „Dann brauchst du nicht für mich zu kochen, wo du dick bist!“ Es folgte unweigerlich ein abschätzender Blick auf Elisas Schwangerschaftsbauch. Auch heute, am Tag des errechneten Geburtstermins war er nach Feierabend zu seiner Mutter gefahren.
Elisa hatte sehr gehofft, dass Alfreds Mutterbindung mit dem Umzug in einen gut 50 km weit entfernten Ort etwas nachlassen würde, hatte sich aber geirrt. Nach wie vor mischte sich ihre Schwiegermutter ein, kritisierte gnadenlos Elisas Verhalten und verfügte nach Belieben über ihren Sohn. Auf Anraten seiner Mutter weigerte sich Alfred, einen geburtsvorbereitenden Kurs zusammen mit seiner Frau zu besuchen. „Die Mutti meint auch, dass so etwas Weibersache ist!“
Zum Glück für Elisa gab es noch eine werdende Mutter, die den Kurs ohne Mann besuchte, doch sie war sowieso solo. So übernahm immer abwechselnd eine von ihnen den Part des nicht schwangeren Partners, was Elisa seltsam anmutete. Doch sie gab die Hoffnung nicht auf: Vielleicht würde sich einiges ändern, wenn das Kind erst einmal auf der Welt war, Alfred Verantwortung übernehmen müsste.

. . .

1982
„Was würdest du von einem zweiten Kind halten?“ Elisa nutzte die Gunst der Stunde, denn Alfred war heute ausgesprochen gut gelaunt.
Der Angesprochene musterte sie misstrauisch. „Du bist doch wohl nicht schwanger?“
„Nein, keine Sorge, aber ich könnte mir gut vorstellen, ein zweites Kind zu bekommen!“
Alfreds gute Laune war wie weggeblasen. „Das kommt überhaupt nicht in Frage. Ich wollte gar keine Kinder und habe dir zuliebe den kleinen Scheißer bekommen. Über ein zweites Kind brauchen wir überhaupt nicht zu diskutieren!“
„Bekommen habe ich das Kind ja wohl. Du hattest den angenehmen Part dabei übernommen, würde ich mal sagen. Ich sehe schon, dass mit dir wieder einmal nicht zu reden ist. Aber das Thema ist für mich noch nicht abgeschlossen, mein Lieber.“
„Für mich schon!“ Alfred schaltete demonstrativ den Fernseher ein. „Und stör‘ mich nicht immerzu, ich will in Ruhe die Sportschau gucken!“
In der nächsten Zeit sprach Elisa ihren Mann nicht mehr auf das Thema an, doch wurde der Wunsch nach einem zweiten Kind immer größer. Felix, inzwischen zwei Jahre alt, war schon sehr selbstständig, wollte alles allein ausprobieren. Er nahm immer weniger Hilfe in Anspruch und ließ sich gar nicht mehr richtig betuddeln. Elisa sehnte sich danach, wieder ein Baby zu haben, ihm Liebe und Geborgenheit zu schenken. Dass auch dieses Kind irgendwann selbstständig sein würde, verdrängte sie vollständig. Elisa beschloss, dass nichts gegen ein zweites Kind sprach. Sie nahm sich vor, Alfred davon zu überzeugen.

***
„Ich war heute beim Gynäkologen“, teilte Elisa ihrem Mann beiläufig mit. „Stell dir bloß mal vor: Er hat mir dringend dazu geraten, die Pille abzusetzen. Die Spirale kann ich leider überhaupt nicht vertragen. Jetzt bin ich, was die Verhütung anbetrifft, ein wenig ratlos. Es würde natürlich die Möglichkeit bestehen, dass du dich sterilisieren lässt.“
Alfred, der gerade sein Mittagessen in sich hinein schaufelte, verschluckte sich an einer Kartoffel. „Niemals“, keuchte er, noch immer hustend. „Das kommt überhaupt nicht in Frage. Wenn du die Pille nicht mehr nimmst, aus welchen Gründen auch immer, kannst du dich ja sterilisieren lassen!“
„Aber Freddy, der Eingriff ist bei einem Mann völlig unkompliziert, es braucht nicht einmal eine Narkose. Bei einer Frau ist das schon wesentlich schwieriger. Du solltest dich einmal kundig machen. Vielleicht suchst du gelegentlich einen Urologen auf? Ich könnte einen Termin für dich machen.“
Alfred schob den halbvollen Teller weg, offensichtlich war ihm der Appetit vergangen. „Du spinnst wohl, was. Ich lasse auf keinen Fall an mir herumschnippeln. Hinterher bin ich kein richtiger Mann mehr, wer kann das schon wissen. Wenn schon Sterilisation, dann solltest du das machen lassen, schließlich kriegst du die Kinder.“
„Eben, und ich möchte gerne noch ein Kind haben. Im Übrigen wird die Sterilisation bei einer Frau erst durchgeführt wenn sie bereits zwei Kinder hat und 30 Jahre alt ist, außer es gibt medizinische Gründe. Wenn du also überhaupt nicht über einen Eingriff bei dir nachdenken willst, so werden wir auf natürlichem Wege verhüten müssen. Ich könnte meine morgendliche Temperatur messen und dir Bescheid sagen, wenn die fruchtbaren Tage sind, dann müsstest du für die Verhütung sorgen.“
„Wenn es sein muss!“ Alfred, sichtlich erleichtert nicht mehr über das Thema Sterilisation diskutieren zu müssen, langte zum Teller.
Elisa lächelte ihn an. „Warte, Freddy, dein Essen ist ja schon ganz kalt, ich wärm‘s dir eben wieder auf, dann schmeckt es doch besser!“

In den nächsten Monaten maß und notierte Elisa eifrig ihre morgendliche Temperatur. Das war zwar mühsam, doch nach einiger Zeit konnte sie ihre fruchtbaren Tage aus dem Effeff bestimmen und war so ein gutes Stück weiter.

***
Ganz anders erging es ihrer Nachbarin Karin. Auch sie wünschte sich ein zweites Kind. Im Gegensatz zu Alfred schien Karins Ehemann keine Probleme damit zu haben.
„Mein Winfried hat gesagt, er macht mir so viele kleine Snaiderlein, wie ich möchte“, erklärte sie der verblüfften Elisa.
Die beiden Nachbarinnen trafen sich inzwischen regelmäßig. Während die Kinder miteinander spielten, tranken die Mütter Kaffee und klönten über Gott, die Welt und ihre Männer.
Karin war eine warmherzige, gemütliche, immer gut gelaunte Person, die ihren Haushalt und zuweilen auch ihre Tochter gnadenlos vernachlässigte. Elisa hatte sie fest in ihr Herz geschlossen, wenn sie auch ab und zu versuchte, der Freundin, was die kleine Kimberly anbetraf, ins Gewissen zu reden.
Heute Morgen saßen die beiden zusammen und Karin erzählte von den neuesten Eskapaden ihrer Tochter: „Stell dir bloß mal vor: Ich habe mich gerade wieder hingelegt, schließlich ist es gerade mal neun Uhr in der Frühe, da klingelt es Sturm. Ehe ich mich aufgerappelt habe, donnert jemand an die Wohnungstür. Ich mache auf und vor mir steht unser Nachbar, völlig aufgelöst. So fertig habe ich den Mann überhaupt noch nie gesehen! Erst habe ich gedacht, es wäre etwas mit seiner Frau, die beiden sind ja nicht mehr die Jüngsten. Da kann man schnell einen Schlaganfall bekommen!“
Elisa verdrehte die Augen. „Wenn du nicht bald zur Sache kommst kriege ich einen Schlaganfall!“
„Ist ja schon gut. Ich erzähle schon weiter. Also, da steht der Nachbar, wie gesagt völlig aufgelöst, und meint, dass Kimmy auf dem Fensterbrett im Kinderzimmer herumtanzt. Ich habe gleich nachgeschaut und was soll ich dir sagen...“, hier nahm Karin einen Schluck aus ihrer Kaffeetasse.„Sag schon“, Elisa schaute beunruhigt um die Ecke, doch die Kinder saßen brav auf dem Spielteppich im Kinderzimmer.„Na ja, also: Kimmy hatte es irgendwie geschafft, das Kinderzimmerfenster aufzumachen und stand mit ausgebreiteten Armen auf der äußeren Fensterbank. Ich habe sofort kehrt gemacht und bin ins Wohnzimmer gelaufen. Da bewahre ich nämlich die Süßigkeiten auf.“
„Du hast Nerven an Süßigkeiten zu denken“, unterbrach sie die geschockte Freundin. „Ich wäre ausgeflippt.“
Karin grinste spitzbübisch. „Gerade das ist grundverkehrt. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn sich die Kleine erschreckt hätte. Jedenfalls bin ich mit einer Tafel Schokolade zurück ins Kinderzimmer. Kimmy ist nämlich süchtig nach Schokolade. Ich habe ihr versprochen, dass sie die ganze Tafel aufessen darf, wenn sie wieder ins Zimmer klettert und das hat sie dann auch getan. Volá, Problem erkannt, Problem gebannt. Und bevor du mir jetzt eine Moralpredigt hältst; ich habe ein sicheres Mittel gefunden, damit so etwas nie wieder passiert.“
Elisa holte tief Luft, sie hatte unwillkürlich den Atem angehalten. „So unkompliziert wie du möchte ich so manches auch mal sehen. Willst du jetzt jeden Morgen aufstehen und besser auf deine Tochter aufpassen, oder was?“
„Das fehlte mir noch, ich bin wirklich kein Morgenmensch. Viel einfacher: Ich habe die Fenstergriffe im Kinderzimmer und zur Sicherheit auch im Schlafzimmer abmontiert. So bin ich auf der sicheren Seite.“
„Aber Karin, du musst die Räume doch ab und zu lüften!“
Auch hier hatte die unerschütterliche Karin eine Patentlösung. „Was meinst du wie schnell sich so ein Fenstergriff wieder anbringen lässt. Überhaupt lüfte ich die übrigen Räume gründlich.“
Elisa schüttelt den Kopf. „Ich weiß nicht, du kommst doch eigentlich schon mit dem einen Kind nicht klar, bist du dir wirklich sicher, dass du noch ein zweites möchtest?“
„Da bin ich mir ganz sicher. Ich habe immer von einer großen Familie geträumt. Du musst wissen, dass ich ein Einzelkind bin. Hinzu kommt, dass mein Vater sich schon vor meiner Geburt aus dem Staub gemacht hat. Meine Mutter war mit der Situation vollkommen überfordert. Sie hat mich schon als Kleinkind bei meiner Oma abgeladen, wo ich aufgewachsen bin. Als ich klein war, wollte ich immer weglaufen und meine Eltern suchen. Ich stellte mir vor, dass sie mich ganz schrecklich vermissten und überall nach mir suchten. Damit ich nicht weg konnte, hat meine Oma mich mit einem Strick am Bein des Küchentisches festgebunden. Da saß ich also unter dem ollen Holztisch, habe mich nach meinen Eltern gesehnt und mir tolle Geschichten über sie ausgedacht. Als meine Oma gestorben ist, hat meine Mutter mich tatsächlich zu sich genommen. Mir sind in einem Crashkurs alle Illusionen genommen worden. Weiß du, meine Oma hat mir wenigstens einen halbwegs geordneten Tagesablauf geboten, meine Mutter dagegen war und ist einfach eine alkoholsüchtige Schlampe. Wenn sie nicht in ihrem eigenen Dreck lag und einen lichten Moment hatte, so jammerte sie herum, wie viel Pech sie doch hätte. Am meinem 18. Geburtstag hat sie mich schließlich vor die Tür gesetzt,“ hier stockte Karin, kramte ein Taschentuch hervor und fuhr sich entschlossen über die verdächtig feuchten Augen. Elisa war erschüttert, auch sie hatte es in ihrer Kindheit und Jugend nicht leicht gehabt, aber Karins Geschichte stellte alles bisher erlebte in den Schatten. Behutsam nahm sie die Freundin in den Arm, doch die hatte sich schnell wieder gefangen.„Eigentlich wollte ich dich mit diesen alten Kamellen gar nicht belasten. Es ist alles schon ewig her. Ich habe meine Mutter seit Jahren nicht mehr gesehen.“„Du belastest mich nicht. Vielleicht ist es ganz gut, dass du darüber gesprochen hast, das macht es leichter. Wir schleppen manchmal eine Menge Ballast mit uns herum und er lässt sich oft einfach nicht abwerfen.“
Karin machte eine wegwerfende Handbewegung. „Ich will gar nicht mehr darüber nachdenken. Ich habe seit Jahren keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter und das ist ganz in Ordnung so. Jetzt sag mal, wie weit bist du denn mit deinem Mann gekommen? Weigert er sich immer noch, über ein zweites Kind zu reden?“
„Allerdings, aber ich habe auch nicht mehr weiter nachgebohrt.“ Elisa lächelte geheimnisvoll. „Ich regle das auf meine Weise, wir wollen mal sehen, wer von uns schneller schwanger ist.“

***
Elisa hatte ihren Plan nicht aus den Augen verloren. Alfred zeigte sich zwar Monat für Monat überrascht über ihren Eisprung, doch sie konnte ihre fruchtbaren Tage inzwischen mühelos im Voraus berechnen. Es wurde Zeit, in die heiße Fase überzugehen.
Als erstes kaufte sie sich die für den Plan nötige Ausstattung: sündhaft teure Accessoires. Ein Hauch von Spitze, ganz edel, in schwarz. Beim Bezahlen wurde ihr schwindelig, aber das Ziel war es wert. Damit waren die Vorbereitungen für ihre Familienplanung  schon fast abgeschlossen. Sie wartete den richtigen Augenblick ab.
Bald passte alles zusammen: Das Wochenende stand vor der Tür. Ihre Eltern hatten sich bereit erklärt, den Enkelsohn zu hüten. Sie fühlte sich toll und sexy, die Temperaturtabelle sagte ihr, dass es heute klappen könnte. Jetzt galt es Alfred zu überraschen und anschließend zu verführen.
Während sie die Zutaten für das geplante Candle-Light-Dinner einkaufte, kamen ihr Bedenken: Sollte sie es wirklich wagen? Und was würde geschehen, wenn sie erfolgreich wäre? Einen Moment war sie versucht ihr Vorhaben einfach zu vergessen, doch dann rief sie sich energisch zur Ordnung. Vielleicht hatte sie nur diese eine Chance, und die wollte sie nutzen. Schließlich war er ein erwachsener Mann und konnte immer noch ‚nein‘ sagen!
Zu Hause angekommen stürzte sie sich in die Vorbereitungen, denn schließlich musste heute Abend alles perfekt sein. Sie wollte ihn mit einem schönen Abendessen bei Kerzenlicht überraschen. Dazu ein sexy Outfit, natürlich mit ihrer neuen, brandheißen Wäsche, die sie verheißungsvoll hervorblitzen lassen wollte. Welcher Mann konnte da schon widerstehen.
“Du hast verloren, mein Bester“, murmelte sie gut gelaunt, während sie das Essen vorbereitete.

Alles lief perfekt, ihre Bedenken waren unnötig gewesen. Er zeigte sich beim Heimkommen erst überrascht, dann gebührend geschmeichelt. „Wow, da hast du dir aber Mühe mit dem Essen gegeben.“
Sie lächelte verführerisch. „Ich habe heuten auch noch einiges mit dir vor. Möchtest du ein Gläschen Sekt?“
„Gerne, ich lasse mich überraschen.“
Nach dem Essen setzte sie sich auf seinen Schoß. „Wir könnten es uns bequem machen, dabei kann ich dir gleich meine neue Wäsche vorführen und vielleicht möchtest du sie mir anschließend ausziehen!“ Das ließ er sich nicht zweimal sagen und bald landete das Pärchen im Bett.
„Du, ich muss dir noch etwas sagen“, wisperte sie an ihn gekuschelt. „Ich glaube, dass ich einen Eisprung hatte, also könnte ich ein Baby bekommen, wenn wir jetzt...“
Alfred interessierte sich im Moment für alles an seiner Frau, nur nicht für ihren Eisprung, der war ihm ziemlich schnuppe. Was sollte bei dem einen Mal schon passieren, zum Verhüten hatte er weder Zeit noch Lust.
Doch sie redete weiter. „Also was ich sagen will...“
Er küsste sie. „Das hat Zeit bis hinterher“, murmelte er an ihrem Mund.
„Ja dann!“, sie erwiderte seinen Kuss.
Nachdenklich wurde er erst, als sie nach dem Sex die Hände träumerisch auf ihren Bauch legte. Doch da war es definitiv zu spät, um zu verhüten.„Es wird schon gut gehen“, beruhigte er sich. . . .

Ruhrpottherzen