This ist Angie

Leseprobe


ER:

Hallo meine Kleine!Oh je, ist das schwer, hier allein vor dem PC zu hocken und immer nur an eines zu denken: an Dich. Was Du wohl gerade machst, ob Du mich auch so schrecklich vermisst, wie ich Dich? Du gehst mir nicht mehr aus dem Sinn und obwohl wir uns noch nicht lange kennen, kommt es mir vor, als wären wir seit immer vertraut miteinander. Hoffentlich erdrücke ich Dich nicht irgendwann mit meinen Gefühlen! Denn ich möchte meine ganze Zeit mit Dir verbringen, möchte mir Dir lachen, glücklich sein, mit Dir spazieren gehen, herumalbern, diskutieren, Dich halten und wärmen, Dich ärgern, mit Dir bummeln, shoppen und meinetwegen tausend Paar Schuhe kaufen- eben alles was Du und ich mögen. Endlich habe ich Dich gefunden und möchte Dich nicht wieder loslassen. Wenn es Nacht wird, so will ich Dich beschützen, halten, küssen, lieben. Dir das Gefühl von Sicherheit geben. Dich in meinem Arm einschlafen lassen, Dich anschauen wenn Du schläfst und Dich einfach nur lieb haben. Das fühle und spüre ich  jetzt und dieses Gefühl möchte ich noch Jahre lang und für immer haben. Bitte glaub’ mir eines: ich werde niemals mit Gefühlen spielen und das meine ich sehr ernst!Doch ich glaube jetzt ist‘s genug. Ich habe noch nie solche Briefe geschrieben, noch nie ist mein Herz so übergelaufen. Ich fürchte das geht nicht mehr lange gut! Ich werde Dich auffressen, mit Haut und Haaren. Ich brauche Dich mehr als nur ein paar Minuten am Tag und ich möchte noch viele glückliche Stunden mit Dir erleben.
Immer Dein
Rudi

SIE

Hallo mein Herz,
Dein letzter Brief war wunderschön, ich könnte heulen vor lauter Glück. Nimm mich in den Arm, drück mich ganz fest an Dich - Du wirst mich nicht erdrücken! Ich bin froh und glücklich, dass es uns beiden gleich ergeht. Auch ich muss dauernd an Dich denken. Manchmal sind es ganz banale Dinge, mir durch den Kopf gehen: Was macht er wohl gerade? Geht es ihm gut? Dann möchte ich am liebsten sofort zum Telefon greifen und Dir sagen, dass ich Dich lieb habe und Du mir in jeder Minute fehlst. Dass ich Dich so gern in den Arm nehmen würde, Dir meinen Tag erzählen, zuhören wenn Du von deinem Alltag erzählst.
Manchmal allerdings habe ich nicht so harmlose Fantasien...
Ich will versuchen, mich auf Dich einlassen, Dir aus ganzem Herzen vertrauen, mein Liebster. Und ich bin ganz sicher, dass wir eine wunderschöne Geschichte miteinander erleben werden. Vielleicht mit einem offenen Ende, vielleicht mit einem Happy End. Schließlich sind wir über die ersten 10 Seiten unseres Buches noch nicht hinausgekommen und ich bin ganz gespannt wie es weiter geht. Eigentlich wollen wir doch dasselbe: Ein wenig Glück, Liebe, Zärtlichkeit und das Gefühl sich aufgehoben zu fühlen. Aufgehoben bei jemandem, er für Dich da ist. Jemand, der Dich auffängt, ohne Wenn und Aber.
Ich habe eine solche Sehnsucht nach Dir.
Sehnsucht nach meinem Rudi,
mit dem ich
- Blödsinn machen,
- mich bei einem Bier über Gott und die Welt unterhalten,
- beim Fernsehen kuscheln,
- Pferde stehlen und Äpfel klauen
- und um die ganze Welt segeln kann.

Der
- mitten in der Nacht Whisky trinkt und mir nix abgibt,
- mir immerzu erfolglos sagt, ich soll die Klappe halten,
- zärtlich ist wie kein anderer und extrem kuschelig,
- einen klasse Knackarsch hat,
- freiwillig die Küche wischt,
- der mir mit vielen kleinen Gesten zeigt, wie sehr er mich liebt.
Den ich ganz doll lieb habe!
Deine Angelina




Was ich einmal werden möchte

Liebes Fräulein Maier!
Ich weiß noch nicht ganz genau was ich später arbeiten möchte. Letztens, auf dem Straßenfest bei uns, konnten wir das Feuerwehrauto angucken und auch mal mit Wasser spritzen. Das hat mir gut gefallen, weil man sich ruhig nass und dreckig machen darf und keiner schimpft mit einem. Aber Polizist zu sein ist bestimmt auch total gut, weil man eine Pistole bekommt und immer auf dem Schießstand herum ballern darf.
Aber ich weiß ganz genau, dass ich sie unbedingt heiraten möchte. Sie dürften dann auch bestimmen, ob ich zur Polizei oder zur Feuerwehr gehen oder vielleicht beides machen soll. Weil, sie sind immer so nett und freundlich. Sogar als ich letztens den Frederic in der Mädchentoilette eingesperrt und seine Mütze im Klo heruntergespült habe (es tut mir wirklich leid, dass das Klo hinterher verstopft war) haben sie mich nicht angeschrien. Es sah übrigens fast so aus, als wenn sie lachen wollten, aber nur für einen Moment.
Es war schön, dass ich nachsitzen durfte, denn so hatte ich sie für zwei Stunden ganz allein für mich. Sie haben so nett geguckt und waren ja auch gar nicht mehr böse auf mich. Ich habe sie da auch gleich gefragt, ob sie schon einen Mann haben und es hat mich total gefreut, dass sie ‚nein‘ gesagt haben.
Wenn sie vielleicht in 10 Jahren auch noch keinen eigenen Mann gefunden haben, dann möchte ich sie ganz gerne heiraten. Meine Mama sagt sowieso, dass ich ziemlich schnell wachse und ich beeile mich auch damit, dann geht das noch schneller. Wenn ich dann 18 Jahre alt bin können wir gleich heiraten. Das ist doch eine gute Idee! Übrigens habe ich letztens gehört, dass mein Papa gesagt hat sie wären verdammt sexy. Ich weiß nicht so genau wie er das meinte, aber ich finde sie haben tolle Sommersprossen und schöne rote Locken. Ich finde sie total gut.
Bitte warten sie die paar Jahre, weil ich dann auch viel Geld verdienen werde und sie bestimmt ganz glücklich mit mir sind.
Ihr lieber Felix

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Das Mädchen von damals

Sie:
Er war immer irgendwie da. Zwar im Hintergrund, aber durchaus vorhanden. Manchmal stellte sie sich vor, wie es wohl wäre: ein Treffen. Nach so langer Zeit. Ob sie ihn wohl erkennen würde? Ob er enttäuscht wäre? Schließlich hatten sie sich als junge Menschen gekannt. Nun waren beide schon länger als ein halbes Jahrhundert auf der Welt.
In ihrer Erinnerung war er jung und sie konnte ihn sich nicht mit grauen Haaren und Falten vorstellen, falls er überhaupt noch Haare hatte.
Woran war es damals gescheitert? Sie konnte es nicht einmal mehr sagen, hatte den ursächlichen Trennungsgrund vergessen. Sie war gegangen, ohne großartige Erklärung. Hatte ihm wehgetan, wissentlich und ohne Bedauern, hatte noch ein wenig mit ihm gespielt und ihn bis zum Schluss hoffen lassen. Sie war so jung gewesen, begierig das Leben auszukosten, nicht in der Lage sich fest zu binden. Er engte sie ein, klammerte. War eifersüchtig und besitzergreifend. So empfand sie es damals. Er sprach von einer gemeinsamen Zukunft, schleppte sie in Möbelhäuser, schaute sich eichene Wohnzimmerschränke an während sie vor sich hinträumte.
Sie hatte eigentlich kein Ziel, wollte Einzigartigkeit, Leben am Limit. Alles, aber auf keinen Fall Bürgerlichkeit. Insgeheim machte sie sich über ihn lustig, ließ ihn reden. Verließ ihn, als er sie langweilte.
Lange, nachdem sie ihn verlassen hatte, kam das Gefühl des Verlustes. Der Gedanke „was wäre gewesen …“ nistete sich in ihrem Kopf ein. Doch da hatte sie schon die Enttäuschung gekostet. Hatte geliebt, war hintergangen worden. Unmerklich brauchten sich die Illusionen der Jugend im zermürbenden Alltag auf, waren plötzlich nicht mehr da, ließen sie bitter und müde zurück. Manchmal, wenn sie in den Spiegel schaute, sah sie das Mädchen von damals hinter der grauen Maske. Es lächelte verwegen und doch ein wenig unsicher. Manchmal lächelte sie zurück, doch meist war der Augenblick vorbei, bevor sie es richtig erkennen konnte.
Und wenn sie einfach versuchen würde Kontakt mit ihm aufzunehmen? Sie tat den flüchtigen Gedanken schnell ab, denn sicher bewohnte er inzwischen sein eichenes Wohnzimmer mit einer anderen Frau, war glücklich, hatte die Kinder, die er sich mit ihr wünschte.

Er:
Er hatte sie nie vergessen können. Hatte sich zusammen mit ihr stark und unbesiegbar gefühlt. Wollte sie halten und für sie da sein. Machte Zukunftspläne, verstand nicht, warum sie einfach wegging. Ihn tief verletzt allein ließ. Die Wunde war längst vernarbt, aber zuweilen schmerzte sie.
Er hatte andere Frauen gehabt, konnte sich nicht mehr an alle erinnern. Nur ihr Gesicht kannte er immer noch in allen Einzelheiten, dachte manchmal an ihr schiefes Lächeln, wenn er über die gemeinsame Zukunft sprach.
Seine Ehe war gescheitert. Man hatte sich im Guten getrennt ohne schmutzige Wäsche zu waschen. Doch wusste er, dass seine Frau niemals die Zuneigung bekommen hatte, die sie verdiente. Sie liebte ihn und er war nicht in der Lage zurückzugeben, was er von ihr empfing.
Manchmal malte er sich aus, wie es sein würde, wenn er das Mädchen von damals wieder treffen würde. Ob er sie wohl erkennen könnte? Ob sie enttäuscht wäre? Es war so lange her, doch für ihn blieb sie ewig jung. Das eine oder andere Mal war er in Versuchung gekommen, doch die Bedenken ließen ihn schnell wieder vernünftig werden: Sicherlich war sie mit jemand anderem glücklich, führte das Leben so, wie sie es sich erträumte, hatte die Kinder, die sie sich mit ihm wünschte.

Sie:
Langsam, als wäre er zerbrechlich legte sie den Telefonhörer auf. Sie hatte es also gewagt! Der Drang ihn wieder zu sehen, mit ihm zu sprechen war plötzlich übermächtig geworden. Es stellte sich als ganz einfach heraus, denn er wohnte immer noch in der gleichen Stadt wie damals, stand sogar im Telefonbuch. Zögernd hatte sie seine Nummer gewählt, bereitete sich auf seine Stimme vor. Doch er nahm den Hörer nicht ab.
Heute hatte sie es noch einmal versucht, hoffend und gleichzeitig ängstlich. Sein Sohn war an den Apparat gekommen und sie fragte nach ihm. Ein beklommenes Schweigen folgte. Dann kam die Antwort und die Worte hallten immer noch in ihrem Kopf wieder: „Zu spät. Es tut mir schrecklich leid, aber mein Vater ist ganz plötzlich verstorben.“
Sie lächelte, während sie das Salz ihrer Tränen schmeckte, denn jetzt würde er für sie immer jung bleiben.




Herbstblues

Verbissen versuchte ich die auf den Bodenplatten meiner Hauseinfahrt pappenden Blätter zusammenzufegen und schimpfte dabei kräftig vor mich hin. Heute war ein besonders trüber Herbsttag. Die Sonne hatte sich den ganzen Tag nicht blicken lassen. Dicke Regenwolken schienen alles zu erdrücken.„Mist, es geht ja doch nicht!“ Frustriert stellte ich den Besen wieder in die Ecke und beschloss, die Aktion auf einen trockenen Tag zu verschieben. Auch im Haus hatte sich Tristesse breitgemacht. Der Hund hob bei meinem Eintritt den Kopf, um ihn mit einem müden Seufzer wieder in seinem Körbchen zu vergraben. Selbst die Katze schaute mich unbestimmt vorwurfsvoll an.
„Das ist ja eine Stimmung hier“, grummelte ich und stellte das Radio an.„Dieser Weg wird kein leichter sein“, scholl es mir entgegen. Dieser Song hatte mir heute wirklich noch gefehlt. Er passte zu meiner trüben Stimmung wie die Faust aufs Auge. Schon als junge Frau hatte ich diese Jahreszeit nicht gemocht und inzwischen, selbst im Herbst des Lebens angekommen verabscheute ich sie von Herzen. Kein Wunder also, dass ich im Herbst regelmäßig den Blues bekam.
Vielleicht würde ein wohltuend heißes Bad helfen, und zwar mit einem nach Sommer duftenden Badezusatz, den ich mir erst vor kurzem gegönnt und noch nicht ausprobiert hatte.
Ich ließ mich ins heiße Wasser gleiten und schloss mit einem wohlig entspannten Gefühl die Augen. Es duftete nach Lavendel und ein wenig nach Rosen. Erinnerungen wurden wach, gaukelten wie Seifenblasen durch mein Ich. Ließen mich für einen Wimpernschlag wieder jung sein, mich so fühlen wie in unserem Sommer:
Wie unbekümmert wir damals waren und wie dumm. Statt das Glück festzuhalten, ließen wir es durch die Finger gleiten, vergeudeten unsere Gefühle. Rieben uns, als die Tage kürzer wurden und die Blätter welkten, in ständigem Streit um Nichtigkeiten auf. Bemerkten nicht, dass vieles, wegen dem wir uns zerfetzten, nicht so wichtig war, verloren das Wesentliche aus den Augen: unsere Liebe und das Vertrauen, dass wir in unser Miteinander gesetzt hatten. Bis schließlich nichts mehr blieb als Bitterkeit und Enttäuschung. Wir trennten uns einvernehmlich, wollten irgendwann Freunde sein.Das beschlossen wir bei einem letzten Spaziergang. Er wirbelte beim Gehen die Blätter auf, trat fast wütend in die säuberlich aufgeschichteten Haufen aus welkem Laub, brachte alles durcheinander, wie es seine Art war. Wie gern hätte ich ihn in den Arm genommen, ihn besänftigt und mich von ihm halten lassen. Doch mein Stolz ließ das nicht zu, ich konnte nicht bitten, wollte mich nicht wehrlos machen. Stattdessen verbarg ich mich hinter meiner kühlen, unnahbaren Maske, zuckte die Schultern. „Ja dann, mach’s gut.“ Ließ ihn einfach stehen, fühlte mich innerlich ganz starr und kalt.

Das Badewasser war kalt geworden und ich beeilte mich, aus der Wanne zu kommen. In dieser Nacht schlief ich so gut wie gar nicht. Die Gedanken fuhren in meinem Kopf Karussell. Was wäre wohl aus uns geworden, wenn wir uns damals nicht getrennt hätten? Vielleicht hätte es funktioniert und wir würden jetzt zusammen den Herbst unseres Lebens meistern, vielleicht sogar genießen?

„O nein, ich schaffe mir nie wieder einen Dackel an. Jetzt komm schon her, du verflixte…“, das so beschimpfte Dackeltier dachte nicht im Traum daran auf mich zu hören. Es wühlte sich mit Begeisterung immer weiter in den riesigen Laubhaufen, der den Wiesenrand zierte. Heute schien die Sonne und ich hatte beschlossen, einen ausgedehnten Spaziergang zu machen, der uns an besagter Wiese vorbei führte. Das zusammengekehrte Laub versetzte den Dackel in Ekstase. Er schien es zu seiner Aufgabe gemacht zu haben, die Blätter überall zu verteilen.
Plötzlich preschte ein schwarzer Schatten an mir vorbei und verschwand ebenfalls im Laub. Verblüfft schaute ich mich um. Tatsächlich, dem Schatten kann das dazugehörige Herrchen hinterher gehechtet. „Verdammt, nie wieder ein Labrador“, japste er und wandte sich verlegen grinsend mir zu.
„Tut mir Leid“, begann er, um gleich wieder zu verstummen.
Auch mir verschlug es erst einmal die Sprache, denn ER stand vor mir. Älter, kleiner als ich ihn in Erinnerung hatte, aber eindeutig er. Ich schüttelte kurz den Kopf, doch er stand immer noch neben mir und musterte mich ungläubig.
„Du bist es, nicht wahr“, begann er zögernd. „Ich habe in letzter Zeit viel an dich gedacht. Unglaublich, nach so vielen Jahren. „Was machst du? Bist du …“
„Geschieden“, komplettierte ich seinen Satz atemlos. „Und du? Bis du …“
„Auch geschieden und zurück in meinen Heimatort gezogen. Ich war lange Jahre im Ausland und versuche gerade wieder Fuß zu fassen.“ Das jungenhafte Grinsen ließ meine Knie weich werden.
Ich räusperte mich. „Das ist ein unglaublicher Zufall, ich hätte nie gedacht, dass wir uns jemals wieder treffen. Was hältst du von einem Kaffee, falls wir unsere Hunde in diesem Leben noch mal aus dem Laubhaufen herauskriegen.“

Inzwischen ist viel geschehen.
Wieder ist Herbst, aber in diesem Jahr macht mich das nicht traurig. Ich habe gelernt, dass auch diese Jahreszeit ihre schönen Seiten hat. Denn ich bin nicht mehr allein. Doch das hat seine Zeit gedauert. Ich habe meinen Stolz hinuntergeschluckt und mich wehrlos gemacht, mich ihm anvertraut, wohl wissend, dass er mich auffängt. So wie auch ich für ihn da bin. Vielleicht hat uns der Herbst unseres Lebens milder gemacht, die Kanten und Ecken sind abgeschliffen, wir wissen zu schätzen, was wir so großzügig geschenkt bekommen. Haben gelernt, was wichtig ist.
Und ich weiß jetzt, dass es funktioniert, dass wir den Herbst unseres Lebens nicht nur gemeinsam meistern, sondern auch miteinander genießen können.

Liebesbriefe

Felix, der seiner Lehrerin einen Heiratsantrag macht und Oliver, der sich unsicher ist, ob er Lisa küssen darf.
Eine Liebeserklärung an Teddy, den allerbesten Freund der Welt und ein Heiratsantrag zur Silberhochzeit.

Lustig, traurig, skurril und nachdenklich - in diesem Buch sind Liebesbriefe für ganz besondere Menschen.

Wie lange ist für immer?
Kurzgeschichten

Liebe hat viele Facetten. Sie kommt humorvoll daher oder als Drama und ist oft ist mit einem gewissen Prickeln verbunden.  Sie lässt uns Luftschlösser bauen und Herz auf Schmerz reimen. Wir starren stundenlang auf unser Handy, führen endlose Ferngespräche, leiden unter permanentem Schlafentzug, sind nicht zurechnungsfähig. Alles aus Liebe, die uns ein bisschen verrückt werden lässt. Immer wieder und immer wieder aufs Neue.
Romantisch, komisch, tragisch, lustig, gefühlvoll oder hart an der Grenze, in diesem Bich sind 66 Kurzgeschichten rund um das Thema Liebe.

Leseprobe

Irene-Ilka, 38
Suche netten Typen zum schmusen und kuscheln,
lachen und weinen,
liebhaben und fetzen,
Pferde stehlen und Äppel klauen,
albern sein und ernste Gespräche führen,
niederknutschen und (vielleicht) heißen Sex haben.
Ich bin 168 cm groß und wiege 60 kg, habe rote Haare und grüne Augen.
Bin meistens lieb, manchmal zickig, immer kompromissbereit, sehr unabhängig, aber anlehnungsbedürftig.
Meinst du, es könnte zwischen uns funken? Ja, worauf wartest du dann noch, schreib mir doch einfach mal!



Sehnsuchtsvolle Gedanken

Ilka konnte stolz auf sich sein, denn sie hatte es geschafft eine unterirdisch schlechte Ehe zu beenden. Nachdem sie einmal den Entschluss gefasst hatte, ihren Mann zu verlassen, war alles ganz einfach gewesen. Sie fand schnell einen Job in einer Boutique. Als nächstes sprach sie mit dem gemeinsamen Sohn. Jens wollten mit ihr zusammen ausziehen. Auch eine geeignete Wohnung war schnell gefunden.
Der nächste Schritt war schwierig, denn ihr Mann stellte sich auch weiterhin blind und taub. „Ich werde dich verlassen“, Ilka ergriff spontan die Gelegenheit, denn im Fernseher lief gerade die Werbepause. Sie redete atemlos weiter. „Ich habe eine kleine Wohnung angemietet, zum Ersten des nächsten Monats ziehe ich aus.“
Er schien langsam zu begreifen. „So, das hast du alles schon geregelt? Du willst mich wohl erschrecken? Buh, jetzt habe ich aber Angst!“ 
Heiße Wut stieg in Ilka auf. „Du arroganter Blödmann. Hauptsache du hast deinen Fernseher, deine geregelten Mahlzeiten und immer ein kühles Bier. Wie es mir und Jens geht, interessiert dich überhaupt nicht!“ 
„Stimmt, es interessiert mich nicht. Sei froh, dass ich euch mit durchziehe. Schluss mit dem hysterischen Gekeife, der Film geht weiter.“ Er wandte sich dem Fernseher zu und konzentrierte sich wieder auf den Agenten, mit der Lizenz zum Töten.
Wortlos verließ Ilka das Zimmer.

In den nächsten Wochen hatte sie gepackt, was ihr Mann vollständig ignorierte. Ließ sich die Packerei gar nicht übersehen, grinste er süffisant.
Die Reaktionen ihres Umfeldes überraschten sie. Ihre Mutter war froh den ungeliebten Schwiegersohn los zu sei. „Ich wollte dir nie dreinreden, Kind, aber ich habe mir schon oft gedacht, dass er nicht der Richtige für dich ist.“ Auch Ilkas Freundinnen waren der Meinung, dass die Trennung nötig war. Irene, ihre beste Freundin, hatte ihr schon vor langer Zeit dazu geraten. „Du bist viel zu schade für den Birnenkopf, der braucht eine Putzfrau mit Familienanschluss, mehr nicht!“
Das Zusammenleben mit Jens erwies sich als unkompliziert. Er war mit seinen 17 Lenzen zum ersten Mal schwer verliebt und verbrachte jede freie Minute mit Anna.
Doch obwohl Ilka einen großen Bekanntenkreis hatte, fehlte etwas. Es wäre schön, sich wieder zu verlieben.
Bei einem Treffen mit Irene brachte sie das Gespräch auf ihre sehnsüchtigen Gedanken. Irene Freifrau von Kollogurski war schon seit Ewigkeiten geschieden. Sie arbeitete in der Chefetage eines renommierten Unternehmens. Vor gut zwei Jahren war Winston, 10 Jahre jünger als sie, mit Sack und Pack bei ihr eingezogen. Das hatte zuerst gut funktioniert, doch kam es mit der Zeit zu Auseinandersetzungen. Kürzlich war Winston nach einem wüsten Streit in ein gerade frei gewordenes Apartment genau über Irenes Wohnung gezogen.
„Was macht Winston, hat er sich schon eingerichtet?“, fragte Ilka.„Er hat einen Teil meiner Wohnungseinrichtung mitgenommen.“
Ilka grinste: „Hat er dich wenigstens entschädigt, in welcher Form auch immer?“
„Ach was, Winston ist chronisch pleite.“ Irene nahm einen Schluck Rotwein. „Falls du auf etwas anderes anspielst: Da geht gar nichts, sonst hätten wir uns nicht so oft gestritten.“
„Das kann ich mir nicht vorstellen, er ist doch gerade mal Mitte dreißig. Der bringt’s doch noch.“
„Wenn das so wäre!“ Irene redete sich in Rage. „Letztens habe ich mir sündhaft teure Dessous geleistet, ein Traum in schwarz. Du weißt, je weniger Stoff, umso teurer ist die Wäsche. Ich habe mich eine Stunde lang gestylt, mir den Alabasterleib mit wohlriechender Creme gesalbt, mir Heighheels und die superscharfe Wäsche angezogen. Dann bin ich vor ihm auf und ab gestöckelt. Winston saß vor seinem Computer. Er hat kurz aufgeschaut und gemeint ich solle mir lieber einen Bademantel anziehen, sonst würde ich mich erkälten.“ Sie seufzte. „Wenn ich mir überlege, wie das früher gewesen ist!“
Ilka nickt träumerisch. „Wäre es nicht schön sich zu verlieben, mit Schmetterlingen im Bauch und Kribbeln in den Fußsohlen!“
„Wie soll das gehen? Männer im passenden Alter sind entweder verheiratet oder geschieden und arm wie die Kirchenmäuse, weil sie für Frau und Kinder bezahlen müssen. Dann gibt‘s noch die Unverheirateten, dass die normal sind, kann ich mir nicht vorstellen!“
So schnell ließ sich Ilka nicht entmutigen. „Es muss ja nicht Brad Pitt sein, aber so’n Clooney im Westentaschenformat müsste es doch geben. Er braucht nicht reich zu sein, ein regelmäßiges Einkommen genügt. Vor allem aber muss er lieb, nett, humorvoll, verständnisvoll …“ Hier unterbrach Irene sie: „Und super potent sein!“

Am Samstag traf man sich in der alten Liebe, einer netten kleinen Diskothek. Gabi, Gilla, Irene und Ilka waren schon seit ewigen Zeiten Freundinnen. Irene erzählte, zur allgemeinen Erheiterung von Winston und seiner Besorgnis um ihre Gesundheit.
Gabi grinste ihre Schwester Gilla an: „Das könnte dir nie passieren.“
„Nein, ich hätte ihm klar gemacht wo der Hammer hängt“, war die lakonische Antwort.„Ich fürchte, wo sein Hammer hängt, hat er vergessen“, meinte Irene mit einem komischen Seufzer, was zu einem neuerlichen Heiterkeitsausbruch führte.
„Hier ist es aber lustig“, mit diesen Worten gesellte sich ein lächelnder Mittdreißiger zu ihnen.„Ja, bei uns ist Stimmung.“ Gabi klimperte mit den Wimpern, was den Mann dazu veranlasste, sich dicht neben sie zu stellen. Eine Weile später kam Ilka von der Tanzfläche zurück und fand eine missmutige Gilla vor. „Wenn der sie noch einmal angrabscht, dann ist was los!“ Gilla wies auf ihre Schwester, die versuchte, sich des Mittdreißigers zu erwehren. Er hatte seinen Arm um sie gelegt, während er auf sie einredete. „Der textet schon die ganze Zeit“, meinte Irene, die genüsslich an ihrem Wein nippte.„Jetzt ist aber Schluss!“ Einmal in Fahrt gekommen, war Gilla nicht zu bremsen. Sie baute sich vor dem Grapscher auf. „Pass mal auf, Schnulli“, blaffte sie. „Hat meine Freundin eigentlich ein Schild mit der Aufschrift ‚Nimm mich‘ auf der Stirn? Wir sind lesbisch, hast du das immer noch nicht geschnallt?“
Gabi grinste. „Ja, genau!“
Der Gescholtene öffnete den Mund, schloss ihn aber gleich wieder. „Na dann werde ich lieber mal …“, stotterte er und entfernte sich hastig. „Sachen gibt es“, hörten die Freundinnen ihn sagen, während sie losprusteten.„Danke! Ich wäre den Typen nie wieder los geworden, glaube ich.“
„Das fehlte noch“, grinste Gilla. „Dein Mann würde dich nie wieder mit uns auf die Piste lassen. Gut, dass ich wieder solo bin!“ Faktisch war Gilla noch verheiratet, lebte aber getrennt. „Ich hätte schon gerne wieder jemanden“, meinte Ilka. „So fürs Herz und zum Kuscheln.“
„Versuch es doch mal im Internet.“ Gilla wusste immer einen Rat. „Da kannst du jede Menge Typen kennenlernen.“
„Vielleicht sollte ich das wirklich machen“, sagte Ilka nachdenklich.
Wieder zu Hause angekommen traf Ilka auf Jens und Anna, die gerade nach Hause kamen. „Na, ihr Turteltauben“, grinste sie. „Wie sieht´s aus?“
Anna rekelte sich: „Super, wir sind mit unserer Clique unterwegs gewesen. Ich bin ganz schön müde!“
„Dann werde ich dich gleich ins Bettchen bringen“, erklärte Jens, nahm die kichernde Anna auf den Arm und trug sie in sein Zimmer. Ilka schaute ihnen versonnen hinterher. Sie beneidete das Jungvolk um die Zweisamkeit.


Eine folgenschwere Annonce

Ilkas Mutter pflegte sonntags gut und reichlich zu kochen. Auch wenn sich Jens und Anna einklinkten, reichte es für alle. Heute allerdings machte sich Ilka allein auf den Weg. Ihre Mutter begrüßte sie herzlich. „Na, meine Kleine, schön das du da bist. Ich hab schon gewartet.“
„Ist gestern ein bisschen später geworden, Mama. Du weißt ja, wie das ist.“
„Nein, ich habe schon längst vergessen, wie das ist. In meinem Alter geht man früh zu Bett. Gestern lief Wetten, dass… im Fernseher, aber diese ausländische Musik dazwischen! Das ist nicht schön. Jetzt musst du aber tüchtig essen, du bist viel zu dünn.“
„Du willst mich wohl unbedingt mästen.“I
lkas Mutter strich sich über die gut gepolsterten Hüften. „Schau mich an, ich habe an meinem 65. Geburtstag die Waage weggeworfen. Jetzt bin ich dick, aber glücklich. Zum Nachtisch gibt es übrigens ein Stück Blaubeerkuchen!“
Ilka stöhnte. „Ist ja gut, ein Stück und guck nicht so vorwurfsvoll.“
Am späten Nachmittag klingelte Ilka, mit einem dicken Kuchenpaket beladen, bei ihrer Freundin Irene. „Bitte kein Essen“, mit diesen Worten schnurrte sie gleich durch ins Wohnzimmer und ließ sich in einen Sessel plumpsen.  Irene nahm ihr den Kuchen ab. „Den werde ich nachher an Winston weitergeben.“
„Fehlt er dir denn überhaupt nicht? Hättest du denn nicht gerne jemanden zum Kuscheln?“, fragte Ilka spontan.
Irene zögerte. „Ich hätte schon gerne ab und zu einen Fußwärmer im Bett. Es kann nachts gewaltig kalt sein.“
„Siehst du. Ich habe mir überlegt, was Gilla gesagt hat. Warum sollten wir es nicht mal mit dem Internet versuchen. Was kann schon passieren? Wir suchen weder einen Ehemann, noch eine zu ernsthafte Beziehung, bloß jemanden fürs Herz und zum Wärmen!“
Viel Überzeugungsarbeit brauchte Ilka nicht leisten. Die Freundin öffnete eine Flasche Prosecco, setzte Irenes Laptop in Betrieb und bald waren die beiden eifrig bei der Sache. „Mal schauen“, Ilka kam in Fahrt, „was schreiben wir denn? Suche…“
„George Clooney für die Westentasche?“ Irene kicherte und öffnete die zweite Flasche, was die Fantasie ungeheuer beflügelt.„Wir gebe nur ein Profil für uns beide ein. Die Haarfarbe stimmt halbwegs, bei Größe und Gewicht nehmen einen Mittelwert.“ Ilka tippte eifrig. Unter kichern und giggern nahm das Inserat Formen an. Plötzlich stand Ilka auf und drehte sich einmal um sich selber, nicht ohne dabei leicht aus dem Gleichgewicht zu geraden. „Wie alt sind wir?“
„Baby“, lispelte Irene, „wir sehen keinen Tag älter als 30 aus. Aber warte einen Moment, ich mache die nächste Flasche auf, dann wirst du noch jünger.“
Ilka hob ihr Glas. „Das ist eine hervorragende Idee. Aber ich will nicht übertreiben, 38 ist ein gutes Alter. Die sieben geschummelten Jahre bemerkt sowieso keiner.“
„Genau, Männer merken eh nix!“ Darin waren sich die Freundinnen einig.

Am nächsten Abend rief Ilka ihre Freundin an. „Sag mal, hast du auch solch einen Brummschädel?“
„Du kannst eben nichts vertragen.“ Irene schien guter Dinge zu sein. „Du solltest deinen PC anwerfen. Wir haben eine Menge Post bekommen. Allerdings sind echt merkwürdige Mails dabei, aber das wirst du selbst sehen.“
Bewaffnet mit einem großen Glas Mineralwasser setzte Ilka sich an den Computer. Ihre Freundin hatte Recht, das Postfach quoll schier über. Es gab Angebote, die an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig ließen. Mails, die vor Grammatikfehlern und abstrusen Formulierungen nur so strotzten. Hinzu kamen völlig abgedrehte Nachrichten: „Ich stehe auf Damenfüße in High Heels, bitte schicke mir ein Foto deiner Füße“, aber auch ein paar wirklich nette Mails. Sie würden aussortieren müssen, aber das hatte Zeit. Jetzt machte sie es sich erst einmal vor dem Fernseher bequem.

Liebe online
Roman

Ilka träumt davon sich neu verlieben. Zusammen mit ihrer besten Freundin Irene gibt sie eine virtuelle Kontaktanzeige auf und bekommt eine Menge Angebote jeder Art. Die Bandbreite reicht vom romantischen Herzensbrecher bis zum masochistischen Fußfetischisten.
Gleichzeitig versuchen auch die Schwestern Gabi und Gilla einen Mann kennenzulernen, was sich als gar nicht so einfach herausstellt.

Leseprobe


Mitte September - ein trüber Sonntagabend:

Ich saß allein in meinem Zimmer und wusste nichts mit mir anzufangen. Das Lesefutter war mir ausgegangen und um die ‚Lindenstraße’ anzusehen, fehlte mir das nötige Alter. Im Nebenraum rumorten meine Töchter. Die beiden hatten sich schon am Nachmittag in Steffis Zimmer eingeigelt und probten für ihre neu gegründete Mädchenband. Stefanie, die Ältere, hatte es sich in den Kopf gesetzt, ein neuer Stern an Deutschlands Pophimmel zu werden und begeisterte ihre Schwester Andrea mit dem Versprechen auf unbegrenzte Ausgehzeiten und Treffen mit allen Größen des Showbiz. Nun, darüber würden wir diskutieren, wenn die Zeit reif war. Nachdem ich die angehenden Stars einige Mal zur Ordnung gerufen hatte, war die Lautstärke auf ein erstaunliches Minimum zurückgeschraubt worden.
Gelangweilt nippte ich an meinem Rotweinglas, schaltete den Computer ein und surfte planlos durch die weiten Welten des Internets. Eigentlich hatte ich in diesem Literaturforum ein paar Geschichten lesen wollen, war aber letztendlich auf der Pinnwand gelandet und stieß auf einen interessanten Eintrag.

„If you like Pina Colada's,
And getting caught in the rain,
If you’re not into yoga,
If you have half a brain,
If you like making love at midnight,
In the dunes on the cape,
Then I'm the love that you've looked for,
Write to me and escape.“

Hallo Du!Magst Du den „Pina Colada Song“? Hier ist meine Version:
Stehst Du auf Pina Colada oder bevorzugst du Champagner?
Bist Du den Alltagstrott leid?
Möchtest Du ein Abenteuer erleben?
Träumst Du davon um Mitternacht an einem verschwiegenen Strand Liebe zu machen, Dich fallen zu lassen?Möchtest Du jemanden kennenlernen, mit dem Du ernsthafte Gespräche führen oder einen Riesenblödsinn machen kannst?
Dann bin ich der Richtige! Was lässt Dich zögern - trau dich! Lass uns unser eigenes Abenteuer erleben!Noch etwas: Ich bin unter Garantie nicht Dein Ehemann!

Das hörte sich wirklich nett an und auch ein bisschen verwegen. Der Text machte mich neugierig, wer mochte wohl dahinter stecken? Nachdenklich schüttete ich mir etwas Wein nach. Sollte ich es wirklich wagen? Warum eigentlich nicht, eine kurze Nachricht besagte noch gar nichts. Wahrscheinlich war die ganze Sache sowieso nur ein Joke und ich würde gar keine Antwort bekommen.
So schrieb ich also spontan:

Hallo Unbekannter,ich sitze bei einem Gläschen Rotwein und habe durch Zufall deinen netten Text gefunden. Ich mag den Pina Colada Song ganz gern (heißt er nicht eigentlich „Escape“?), allerdings muss ich zugeben, dass das Getränk so gar nicht mein Ding ist, es ist mir viel zu süß und zu klebrig. Doch Champagner liebe ich und ab und zu ein Glas Wein. Sowieso passen Champagner und ein einsamer Strand gut zusammen.
Ich bin ganz gern allein, doch manchmal fände ich es schön, jemanden an meiner Seite zu haben. Jemanden, der unkompliziert ist, mit dem ich schmusen und kuscheln, lachen und weinen kann. Jemanden, den ich lieb haben, mit dem ich zanken und Blödsinn machen kann.
Hier ist mein Steckbrief: Ich heiße Patricia doch meine Freunde sagen einfach Pattie. Ich bin vorzeigbar, habe rote Haare und grüne Augen, bin aber nur ganz wenig hexig. Meinst Du es, könnte zwischen uns funken? Ach, noch etwas: Du bist unter Garantie nicht mein Ehemann, es gibt nämlich keinen!


***
Montag, 24. September
von: Tommy
an:   Pattie
Cocktails am Strand
Hallo Pattie oder doch lieber Patricia?

Mal ehrlich, mir ist Champagner auch lieber. Aber ich dachte zu einem einsamen Strand gehört auch ein entsprechender Cocktail. Selbst Rupert Holmes hatte, als er das Lied einspielte, noch nie eine Pina Colada getrunken.
Das hier ist mein erster Versuch in Sachen Flirt, denn eigentlich bin ich ziemlich schüchtern. Doch ich habe mich einfach mal getraut den Text im Geschichtennetz einzustellen, allerdings hatte ich nicht viel Hoffnung eine Antwort zu bekommen, denn das Forum ist ja nun nicht unbedingt eine Partnerbörse.
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Viele liebe Grüße
von
Tommy



Dienstag, 25. September
von: Pattie
an:   Tommy
??
?Hi Tommy,danke für deine nette Mail. Du bist also ein bisschen schüchtern? Das gefällt mir, denn Baggertypen gibt es zur Genüge und die sind so was von ätzend! Was machst du, wenn du nicht gerade Champagner schlürfst, dich an einsamen Stränden herumtreibst, im Internet surfst und unschuldigen Mädchen schreibst?fragt
Pattie
PS: Patricia sagen eigentlich nur meine Mutter, mein Lateinlehrer und unser Pastor.

Ach, die Liebe ...

@Mailverkehr
Roman

Sonntagabend:
Pattie, alleinerziehende Mutter von zwei Teenagern, langweilt sich schrecklich. So zappt sie durchs Internet und gerät durch Zufall an einen interesanten Eintrag: „Do you like Pina Colada“ , schreibt Tommy. Nun ja, der Drink ist ihr herzlich egal, doch Tommy klingt einfach nett und so antwortet Pattie ihm. Es entwickelt sich ein reger E Mail Verkehr.

Wieder einmal schildert Angie Pfeiffer mit herzerfrischendem Humor eine Geschichte aus der virtuellen Welt.