This ist Angie


Roman über eine Kindheit und Jugend im Herzen des Ruhrgebiets


Tragisch, komisch und ziemlich verrückt, so sind sie, die Jollenbecks. Im Herzen des Kohlenpotts erleben wir ihre Liebes- und Leidensgeschichte.

Elisa hat es nicht leicht mit ihren Eltern. Ihr Vater Karl, Geschäftsmann und Schürzenjäger, ist in permanenten Geldnöten. Die Mutter bekommt bei allen anfallenden Problemen mit dem Herzen, ist aber eigentlich kerngesund. Hinzu kommt, dass sie nicht viel mit ihrer widerspenstigen Tochter anfangen kann.
Nach dem Tod der Großmutter zieht Opa Adolf bei den Jollenbecks ein. Sein Lebensziel ist es, möglichst immer den nötigen Alkoholpegel zu halten.
So versuchen Elisa und ihr Bruder Peter das Leben mit der nicht ganz alltäglichen Familie mehr schlecht als recht zu meistern.
Schließlich finden beide Kinder ihren eigenen Weg.

Leseprobe:


„Da kommen meine Eltern mit dem neuen Kind.“
Peter, der auf dem Hof spielte, war ganz aufgeregt. „Mama war nämlich im Krankenhaus, weil meine Schwester eine Problemgeburt ist. Jetzt haben sie sie rausgelassen, meine Mutter und meine Schwester auch“, erklärte er seinen Spielkameraden.
Vorsichtig näherten sich die Jungen Peters Eltern, die aus dem Auto gestiegen waren. Tatsächlich hielt Ilse Jollenbeck ein Baby im Arm, das fest in eine Decke gewickelt war.„Frau Jollenbeck, zeigen Sie mir mal das Problem ... ähm ... Problemdings?“, fragte ein vorwitziger Knabe.
Ilse musterte ihn irritiert. „Was möchtest du?“
Peter hatte sich vorgedrängelt und stieß seinem Freund den Ellenbogen in die Seite. „Er will wissen, wie sie aussieht“, erklärte er. „Wie heißt die noch mal?“ Er konnte sich den Namen seiner neuen Schwester einfach nicht merken.
Kalle, Peters Vater, hatte amüsiert zugehört, jetzt mischte er sich ein. „Dein Schwesterchen heißt Elisa, und wenn du es sehen möchtest, dann musst du mit in die Wohnung kommen.“ Er legte seiner Frau fürsorglich den Arm um die Schulter. „Komm, Liebes. Deine Mutter wartet sicher schon auf uns.“ Er scheuchte die Rasselbande auseinander, die immer noch um ihn und Ilse herumstand, um einen Blick auf die Problemgeburt zu erhaschen, denn keiner konnte sich etwas unter diesem Begriff vorstellen.„Jetzt ist es aber gut, macht gefälligst mal Platz. Und du, Peter kannst mit nach oben kommen.“„Och nö, ich spiele lieber weiter.“ Peter fand die Schwester, die auch noch angefangen hatte wie am Spieß zu brüllen, hässlich und langweilig.
In der geräumigen Wohnküche angekommen wurde das Ehepaar bereits vom Ilses Mutter Anna erwartet.
Behutsam nahm sie Ilse das Kind aus dem Arm. „Ich kümmere mich schon um die Kleine“, erklärte sie. „Du bist nach den Strapazen bestimmt noch schlapp und kaputt, Kind. Leg dich ruhig ein wenig aufs Ohr. Ich bleibe noch hier. Dein Vater kann auch noch eine Stunde ohne mich auskommen.“
„Ach Mutter, was sollten wir bloß ohne dich anfangen“, lächelte Ilse.„Blödsinn“, brummelte Anna. „Ich passe doch gern auf meine Enkel auf. Schließlich bist du meine einzige Tochter. Und jetzt haben wir auch noch ein Mädchen bekommen.“ Sie wandte sich wieder dem Baby zu, das in ihrem Arm eingeschlafen war.

***
„Was, du willst nicht hören? Na warte, dir werde ich‘s zeigen. Wegen dir habe ich schon wieder Herzschmerzen.“ Kurzerhand packte Ilse ihre kleine Tochter, stieß sie in die Besenkammer und schloss energisch die Tür. Das tat sie immer, wenn die Kleine nicht parierte.
Elisa schnappte nach Luft. Sie fürchtete sich vor der Dunkelheit und der Enge. Die Wände schienen immer näher zu kommen und sie zu erdrücken. Erschrocken kniff das Kind die Augen zu, bedeckte sie mit den Händen. Es versuchte tief einzuatmen, doch die Lungen wollten sich einfach nicht mit Luft füllen. Elisa nahm die Hände von den Augen. Obwohl es stockdunkel war wusste sie, dass die Wände der Kammer immer näher rückten, sie bestimmt gleich zusammenquetschen würden. Während ihr die Tränen über das Gesicht liefen, begann sie zu schreien.
Es klopfte und die ältliche Nachbarin steckte den Kopf durch die Wohnungstür. „Frau Jollenbeck! Ist etwas passiert? Wir hören Elisa bis zu uns nebenan schreien. Mein Mann hat gesagt, ich soll mal nach dem Rechten schauen.“
„Gar nichts ist passiert und ich verbitte mir Ihre ständige Einmischung“, erwiderte Ilse erbost. „Überhaupt schreit das Balg gar nicht mehr.“ Sie öffnete demonstrativ die Besenkammer. Elisa saß zusammengekauert in einer Ecke und schluchzte leise vor sich hin.
„Ich schlage meine Tochter eben nicht, ich sperre sie einfach in die dunkle Kammer und schon pariert sie.“
„Aber Frau Jollenbeck, die Kleine ist doch erst drei. Soll ich sie eine Weile mit zu uns nehmen? Dann können Sie in Ruhe Ihre Hausarbeit machen und das Kind läuft Ihnen nicht zwischen den Füßen herum.“
Ilse zuckte mit den Schultern. „Wenn Sie sich das antun wollen. Elisa ist heute wieder einmal besonders bockig. Vielleicht ist es ganz gut, wenn sie mir aus dem Weg ist.“
Die Nachbarin reichte dem kleinen Mädchen sanft die Hand. „Magst du mitkommen? Ich will einen Kuchen backen, du kannst mir bestimmt gut helfen.“
Zögernd ergriff Elisa die dargebotene Hand, stieg dann schnell aus der Besenkammer, bevor sich die dunklen Wände noch einmal um sie schließen konnten. Sie holte tief Luft, zog dabei die Nase hoch und nickte heftig.
Die Nachbarin griff in ihre Schürzentasche und zog ein Taschentuch hervor. „Jetzt putzen wir dir erst einmal die Nase und dann backen wir zusammen einen fantastischen Kuchen.“ Sie wandte sich an Ilse: „Sie wissen doch, mein Mann hat einen Narren an Ihrer Tochter gefressen. Er fühlt sich gleich besser, wenn sie in seiner Nähe ist. Die Kleine ist so aufgeweckt.“
So nahm die wohlmeinende Nachbarin das Kind auf den Arm, ging mit ihm eine Wohnung weiter und direkt ins Schlafzimmer, wo ihr Mann lag. Der Nachbar, früher als Hauer tätig, war schwer an Silikose erkrankt. Er konnte kaum noch das Bett verlassen und freute sich immer über einen Besuch des quicklebendigen Kindes. Ständig stand ein Sauerstoffgerät neben seinem Bett, aber richtig fasziniert war Elisa von einem kleinen Ventilator, den er öfter in Betrieb setzte.
Er musterte das Kind mitleidig: „Na, meine Kleine, hat die Mama wieder mit dir geschimpft? Oder hat sie dich gar in die dunkle Kammer gesperrt? Was können wir da machen?“
Elisa schaute skeptisch drein, zuckte ratlos mit den Schultern.„Was hältst du davon, wenn ich der Mama den Hintern versohle?“
„Au ja, mit dem Riemen!“, rief Elisa begeistert aus, was den Nachbarn schmunzeln ließ. Offenbar war er von dem Gedanken angetan: „Ja, mit dem Gürtel. So und jetzt machen wir mal den Ventilator an und schauen, ob ich dann besser Luft bekomme.“

***
Bis auf kleine Unstimmigkeiten war die Nachbarschaft gut. Man traf sich regelmäßig auf dem Vorderhof zum Schlachten, was letztendlich immer in einem Trinkgelage endete. So manches Huhn flatterte kopflos bis zur Dachrinne, weil es in letzter Minute losgelassen wurde.
Das Leben lief, dreizehn Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs, endlich in geregelten Bahnen. Karl hatte eine Anstellung als Anlagenfahrer in der Kokerei bekommen, verdiente dort gutes Geld. Die Werkswohnung war akzeptabel, bestand aus einer Wohnküche und einem Schlafzimmer. Zwar war der Toilettenraum nur über den Flur zu erreichen und man musste ihn mit den Nachbarn teilen, doch hatte das Klosett eine Wasserspülung.
Natürlich gab es kein Badezimmer. Gebadet wurde einmal in der Woche in einer großen Zinkbadewanne, die unten ganz nippelig war, sodass man nicht darin herumrutschen konnte, ohne sich den Podex aufzuschubbern. Zuerst ging der Hausherr in die Wanne, dann die Frau des Hauses und zuletzt die Kinder. Das Wasser wurde im großen Einkochkessel auf den Kohleherd erhitzt und dann vorsichtig umgeschüttet.
Ilse und die Kinder besuchten täglich die Großeltern, um dort zu Mittag zu essen, wobei Ilse meist ein Töpfchen Suppe für ihren Mann mit nach Hause nahm, was die lästige Kocherei überflüssig machte.
Die Hausarbeit in der Zweizimmerwohnung hielt sich in Grenzen, sodass Ilse genug Zeit für sich hatte und ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen konnte. Sie verschlang Liebesromane aller Couleur.
Wenn Elisa auch ab und zu störrisch war, was zur Folge hatte, dass sie weiterhin in den dunklen Schrank gesperrt wurde, entwickelte sie sich doch in Ilses Sinn. Das Kind hatte gelernt, dass es seine Mutter möglichst wenig störten durfte, um nicht bestraft zu werden. So versuchte Elisa Ilse aus dem Weg zu gehen und sich ruhig zu beschäftigen.
Wenn die Mutter gute Laune hatte, las sie ihrer Tochter vor. Dann kuschelte sich Elisa an Ilses Knie und hörte aufmerksam zu. Da sich im Besitz der Familie nur zwei Kinderbücher befanden, nämlich ‚Der Struwwelpeter’ und ‚Max und Moritz’, konnte das Kind bald beide Bücher auswendig. Ilse machte sich einen Witz daraus zu behaupten, ihre Tochter könne lesen. Da Elisa stets an der richtigen Stelle umblätterte, entstand dieser Eindruck.
Überhaupt fiel es Elisa leicht, Gedichte und Lieder zu behalten. Bei Hochzeiten und anderen Festivitäten im Familienkreis wurde das Kind auf einen Stuhl gestellt und dazu angehalten ein Lied zu singen oder ein Gedicht aufzusagen.
Elisa schämte sich bei solchen Gelegenheiten immer ein wenig. Sie mochte es nicht, derart im Mittelpunkt zu stehen, senkte während des Vortrags die Augen und zupfte an ihrem Rocksaum. Doch sie traute sich nicht, der Mutter den Wunsch abzuschlagen, denn sie fürchtete sich schrecklich vor Ilses Unwillen. Die ältlichen Tanten waren jedes Mal entzückt über Elias Vortrag und brachen in begeistertes Gegacker aus. „Nein, was ist das bloß für ein schlaues Mädchen, Ilse! Das kann die Kleine nur von dir haben.“
„Ja, ich erwäge Elisa auf die höhere Schule zu schicken“, erklärte die Mutter dann, was eine verwegene Aussage war, denn das Kind befand sich gerade einmal im Kindergartenalter.
An den Wochenenden ging das Ehepaar Jollenbeck aus und überließ es dem großen Bruder, sich um die Schwester zu kümmern. Wenn Karl und Ilse dann mitten in der Nacht nach Hause kamen, hatte Peter die kleine Elisa in sein Bett geholt, und die Kinder schliefen eng aneinander gekuschelt. „Die hat so geheult, Mama“, erklärte Peter. „Ich wusste nicht, was ich machen sollte, da habe ich sie rüber geholt.“

......

...ca. 8 Jahre später

Annas Tod

***
Anna war nicht glücklich über die erneute Schwangerschaft ihrer Tochter. Ihr selbst ging es gar nicht gut. Sie hatte bereits einen Schlaganfall hinter sich und ihr Leben einer Nachbarin zu verdanken: Die Frau war ursprünglich zu einem Pläuschchen vorbeigekommen und hatte Anna im Bett liegend vorgefunden. Sie konnte die linke Seite nicht mehr bewegen und auch nicht sprechen. Adolf saß in der Küche vor dem Radioapparat und wollte nichts davon hören, einen Arzt kommen zu lassen.
Aufs Höchste besorgt alarmierte diese Nachbarin Ilse und Karl. Zum Glück hatte Karl Nachtschicht und war tags zu Hause. So fuhr man schnellstens in die elterliche Wohnung und sorgte dafür, dass Anna in ein Krankenhaus kam.
Sie erholte sich erstaunlich schnell, auch wenn sie etwas ungelenk blieb und ihr vieles nicht mehr so leicht von der Hand ging. Adolf hatte ihre Abwesenheit im Vollrausch verbracht. Er war froh, dass wieder jemand da war, der morgens den Kohleherd in Betrieb setzte, ihm das Frühstück servierte und die Mahlzeiten zubereitete.
Das war schon einige Zeit her, Anna hatte gedacht, alles gut überstanden zu haben, doch heute fühlte sie sich gar nicht wohl. Ständig wurde es ihr schwindelig und mit dem Sehen schien auch etwas nicht in Ordnung zu sein, dazu kamen bohrende Kopfschmerzen.
Sie machte sich große Sorgen um ihre Ilse, schließlich war das Kind fast 40 Jahre alt. Hinzu kam, dass die Tochter in letzter Zeit häufiger Schmerzen im Unterleib hatte.
„Falscher Alarm“, wiegelte sie dann ab, aber in Wahrheit fehlte es an Geld, um einen Arzt zu konsultieren.
Eigentlich müsste sie, Anna, zur Stelle sein. Aber wer sollte in der Zwischenzeit ihren Mann versorgen? Er war ja ohne sie hilflos und aß nicht einmal vernünftig. Seufzend machte sie sich am Herd zu schaffen. Adolf wollte pünktlich seine Milchsuppe zum Abendbrot haben. Wenn bloß nicht diese Kopfschmerzen wären …

Zur gleichen Zeit saß Ilse im Wohnzimmer und versuchte sich auf die laufende Fernsehsendung zu konzentrieren. Eigentlich schaute sie sich ‚Hier und Heute’ gerne an. Kalle war schon zu Hause und schmierte den Kindern Butterbrote. „Liebes, hast du auch Hunger? Ich mache dir etwas zurecht!“, rief er aus der Küche.„Lieber nicht“, war ihre Antwort. „Ich glaube das Kind kommt! Jedenfalls fühlt es sich so an!“
Als zweieinhalbfacher Vater blieb Kalle ganz cool. „Moment, ich koche den Kindern eben schnell noch ihren Tee, dann geht’s ab ins Krankenhaus.“
Er versorgte die Kinder, die ganz begeistert waren, weil sie bis zu seiner Heimkehr fernsehen durften. Anschließend fuhr er den Laster vor die Haustür und half seiner Frau die zwei hohen Metallstufen zu bewältigen, was nach einigem Schieben gelang.
Während der Fahrt krümmte sich Ilse immer wieder zusammen, denn die Wehen hatten heftig eingesetzt. „Du meine Güte“, keuchte sie während einer kurzen Atempause. „Ich hatte ganz vergessen, wie weh das Kinderkriegen tut!“
Im Krankenhaus angekommen schien sich die Wehen etwas zu legen. Nach einer gründlichen Untersuchung tätschelte die Hebamme Ilse vorsichtig den Bauch. „Mit einem Wehensturm ist nicht zu spaßen. Wir legen dir jetzt einen Tropf, wenn das allerdings nicht hilft, so werden wir das Kind mit einem Kaiserschnitt holen müssen. Aber es wäre besser, wenn wir es noch eine Weile an Ort und Stelle lassen könnten, schließlich hast du gut drei Wochen Zeit bis zum Geburtstermin. Allerdings wirst du erst einmal hier bleiben müssen.“
Zur Erleichterung aller wirkte der Tropf bald, der Wehensturm war überstanden. Kalle machte sich auf den Weg nach Hause, wo er die vor dem Fernseher eingeschlafenen Geschwister sacht weckte und ihnen erklärte, dass das neue Baby noch auf sich waren ließ.„Prima, dann können wir ja bald wieder so lange fernsehen!“, stellte Peter fest.

Am Vormittag des nächsten Tages kam eine besorgte Krankenschwester in Ilses Zimmer. „Bitte regen sie sich nicht auf, Frau Jollenbeck! Ihre Mutter ist heute Nacht eingeliefert worden, ein zweiter Schlaganfall. Es sieht nicht gut aus. Sie sollten zu ihr, wenn es möglich ist!“
Wie betäubt folgte Ilse der Schwester ein Stockwerk tiefer. Anna lag, zwar mit offenen Augen, aber völlig bewegungslos in ihrem Krankenbett und reagierte auch nicht, als ihre Tochter sie ansprach.
Der anwesende Arzt wandte sich der fassungslosen Ilse zu. „Wir haben das Menschenmögliche getan, doch ich fürchte es geht zu Ende. Ich lasse sie jetzt mit ihrer Mutter allein.“
Ilse nickte und nahm behutsam Annas Hand: „Mutter, es ist alles in Ordnung mit mir und dem Baby, wirklich. Du machst dir ganz unnötige Sorgen! Bitte bleib bei mir!“
Anna öffnete den Mund, wollte etwas sagen, brachte aber kein Wort heraus. Sie drückte die Hand ihrer Tochter so fest sie konnte. Vorsichtig erwiderte Ilse den Händedruck, dann strich sie Anna über den Handrücken, so wie sie es schon als Kind getan hatte.
„Bitte lass mich nicht allein“, schluchzte sie. „Was soll ich denn ohne dich machen?“
Wieder versuchte die Mutter zu sprechen, doch kam kein Ton über ihre Lippen, so sehr sie sich auch abmühte.
Plötzlich wurde Ilse ganz ruhig. Die Situation erschien ihr unwirklich, sie nahm alles wie durch einen Schleier war. „Ist schon gut, nicht sprechen, ich halte einfach deine Hand“, wisperte sie.
So saß Ilse lange Zeit schweigend am Bett, bis ihre Mutter schließlich friedlich einschlief.


Ilse konnte keinen klaren Gedanken fassen. Anna, die sich immer um sie gesorgt hatte, mit der sie alle Geheimnisse geteilt hatte, die immer da gewesen war, die sie so sehr geliebt hatte war nun tot. Wie sollte das Leben ohne sie weiter gehen? Was sollte aus Adolf werden? Und da war ja noch das Baby, wie sollte sie das alles bloß bewältigen!
........

Ruhrpottklüngel